Die bewegte Geschichte der Marke

 

1846¬†¬†¬†¬†¬† Otto Fritze wurde 1846 in Kleinh√∂fel (heute Polen) geboren. Mit seinen Geschwistern f√ľhrte er in Berlin eine Harz-√Ėlfarben-Fabrik. Zu Beginn der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts wanderte Otto Fritze mit seiner Familie nach Wien aus. Im Jahr 1876 beendete Otto Fritze die Gesch√§ftsbeziehung zu seinen Verwandten in Berlin, machte sich selbstst√§ndig und nannte seinen Betrieb ‚ÄěHetzendorfer Lack-, Farben- und Firni√ü-Fabrik O. Fritze‚Äú.

1893¬†¬†¬†¬†¬† starb Otto Fritze unerwartet und die Fabrik wurde von seiner Frau Elise als Witwenbetrieb weitergef√ľhrt. Die Erzeugnisse wurden in alle Teile der Monarchie verschickt. Wobei sowohl das Kaiserhaus, als auch der einzelne B√ľrger beliefert wurden. Den Farbenfachhandel, wie wir ihn sp√§ter kannten, gab es damals noch nicht. Das Warensortiment der Jahrhundertwende beinhaltete viele Lacke, die noch heute ein fixer Bestandteil der Lackentwicklung sind, wie Dammarlack oder Copallack f√ľr Innen und Au√üen.

1905¬†¬†¬†¬†¬† traten die S√∂hne Otto und Paul Fritze als Gesellschafter in das Unternehmen ein, nachdem sie 10 Jahre lang als Mitarbeiter t√§tig waren. Es wurden Auslieferungslager in Prag, Budapest, Triest und Mailand gegr√ľndet. Und es wurden die ersten ‚ÄěReisenden‚Äú eingestellt. 1909 waren bereits 6 Herren als ‚ÄěReisende‚Äú t√§tig.

1908¬†¬†¬†¬†¬† Im Jahr 1908 bekam der Maler A. Karpellus den Auftrag, mehrere Plakatentw√ľrfe f√ľr die Firma Fritze zu machen. Aus einem dieser Entw√ľrfe wurde dann das √ľberall bekannte, kreisrunde Markenzeichen, der ‚ÄěFritzebub‚Äú.

1914¬†¬†¬†¬†¬† mit Ausbruch des 1. Weltkrieges √§nderte sich schlagartig die allgemeine wirtschaftliche Situation, die auch bei O. Fritze ihre Spuren hinterlie√ü. Nach dem ersten Weltkrieg stand man vor komplett ver√§nderten Gegebenheiten, die sich nicht nur als direkte Nachwehen des Krieges bemerkbar machten, sondern die Lage √Ėsterreichs war durch die Beschneidung der Monarchie eine v√∂llig andere geworden. Die Absatzm√§rkte waren merklich geschrumpft. In dieser neuen Situation versuchte man, im Ausland neue M√§rkte zu erschlie√üen. Um diese leichter beliefern zu k√∂nnen, wurde in Czernowitz in Rum√§nien eine Verkaufsniederlassung gegr√ľndet, und in B√ľnauburg bei Bodenbach im damaligen Sudentenland eine Lackfabrik gekauft.

1923¬†¬†¬†¬†¬† Im Jahr 1923 starb Otto Fritze, und sein Bruder Paul f√ľhrte das Unternehmen dann f√ľr einige Jahre alleine weiter. Schon sehr bald traten seine drei S√∂hne als Mitarbeiter in den Betrieb ein. Die B√ľnauburger Lackfabrik wurde ausgebaut, so dass sie schlie√ülich 50% der Kapazit√§t des Stammhauses in Wien auswies. Im 2. Weltkrieg wurde die Produktion sehr gedrosselt, da die Anlieferung von Rohstoffen, besonders von L√∂sungsmitteln, Schwierigkeiten machte.

1945¬†¬†¬†¬†¬† Als 1945 der Krieg endlich vor√ľber war, wurde eine traurige Bilanz gezogen. Paul Fritze hatte 2 S√∂hne verloren, einige Mitarbeiter waren gefallen und viele waren noch in Gefangenschaft, der Wiener Betrieb war schwer besch√§digt (die Schmelz wurde durch einen Bombentreffer vollst√§ndig zerst√∂rt) und die Fabrik in B√ľnauburg war in tschechischen H√§nden und damit verloren.

1946¬†¬†¬†¬†¬† Paul Fritze sen., sein Sohn Paul Fritze jun. und sein Neffe Heinrich Lehmann begannen gleich nach dem Krieg mit dem Wiederaufbau der Fabrik. Und so war es m√∂glich, dass trotz gro√üer Rohstoffschwierigkeiten und technischer M√§ngel bereits 1946 die Erzeugung wieder aufgenommen werden konnte. Damals entstand der Name ‚ÄěOFRI‚Äú, ein √∂lfreier Fritzelack. Es war ein Anstrich f√ľr Innenlackierungen mit nur begrenzter Haltbarkeit. Aber man konnte einen Renovierungsanstrich anbieten.

1955¬† ¬† ¬† starb Komm.Rat Paul Fritze im Alter von 82 Jahren. Er war w√§hrend vieler Jahre Pr√§sident und Vizepr√§sident des Verbandes der √∂sterreichischen Lackfabrikanten, er war Mitglied der Wiener Handelskammer und Mitglied des Beirates f√ľr Handelsstatistik. Paul Fritze jun. und Heinrich Lehmann setzten die Linie der Unternehmer bei O. Fritze fort.¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†

Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung und die damit verbundene erh√∂hte Nachfrage, sowie die daraus resultierende Zeitknappheit, bahnten wieder eine Ver√§nderung f√ľr die Lackindustrie an. Man versuchte, auf verschiedene Arten Zeit zu sparen, zu rationalisieren. Um diesen neuen Verarbeitungsm√∂glichkeiten gerecht zu werden, mussten die Lacke den jeweiligen Verarbeitungsmethoden angepasst werden. Die dabei entstandenen Industrielacke sind am √∂sterreichischen Markt sehr bekannt und sind auch heute noch als Speziallacke am europ√§ischen Markt vertreten.¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†

Auch die H√§ndlerlacke wurden grundlegend ver√§ndert. O. Fritze hatte es sich zur Aufgabe gemacht, dem Farbenfachhandel und dem Handwerk stets das Neueste und Fortschrittlichste anzubieten. Man war daher bem√ľht, eine anspruchsvolle Qualit√§t mit einer einfachen und raschen Verarbeitung zu paaren.

1964¬†¬†¬†¬†¬† Das Erzeugungsprogramm von O. Fritze wurde merklich erweitert, und die bestehenden Produktkapazit√§ten war diesem Ansturm nicht mehr gewachsen. Also mussten einige betriebliche Erweiterungen, wie Laborneubau (1964), B√ľroneubau (1965/66) sowie ein Lagerhallenneubau (1974/75) vorgenommen werden. Dadurch wurde die Kapazit√§t des Fertigwarenlagers auf nahezu 700 t erh√∂ht. Mittlerweile war die 4. Generation mit Mag. Wolfgang Fritze und Uta Fritze im Unternehmen t√§tig.

1996¬†¬†¬†¬†¬† In den folgenden Jahren bis 1996 ver√§ndert sich viel. Am Markt erschienen Baum√§rkte, die zu Umsatzr√ľckg√§ngen bei den Farbenfachgesch√§ften f√ľhrten. Die Exporte von Fahrradlacken nach Polen wurden durch die friedliche Revolution 1989 und der damit verbundenen Markt√∂ffnung starkem Wettbewerb ausgesetzt und gingen stark zur√ľck. Es wurde ein Partner gesucht und der ober√∂sterreichische Lackproduzent Ludwig Christ Lacke mit der Eigent√ľmerfamilie Helmut Wurm stieg mit einem 50% Anteil ins Unternehmen ein. Im Jahr 1996 zog sich die Eigent√ľmerfamilie Fritze und damit die Erben der Gr√ľndergenerationen zur√ľck und √ľbergaben ihre restlichen Anteile an Ludwig Christ Lacke.

1999      Eine Reorganisation unter einem neuen Management mit Produktionsstilllegung 1999 in Wien und Übersiedelung des Fertigwarenlagers nach Asten in Oberösterreich waren notwendige Schritte, um das Unternehmen zu retten. Es wurde nach wie vor die Zielgruppe der Farbengeschäfte beliefert und das Fritze Lacke Kernsortiment wurde um Handelswaren und Produkte der Firma Christ Lacke erweitert.

2005¬†¬†¬†¬†¬† Der nun reorganisierte Gesch√§ftsbereich Farbengro√ühandel und die unter der Bezeichnung Farbring zusammengefassten Einzelhandelsgesch√§fte der Ludwig Christ Lacke wurden im Zuge der Neuausrichtung von Christ Lacke als Industrielackproduzent verkauft. In einem Bieterverfahren setzten sich die Hagentaler Farbenwerk GmbH aus Traiskirchen der Familie Gros mit Unterst√ľtzung des Managements von Fritze und Farbring durch und √ľbernahmen am 1.5.2005 die Marke Fritze Lacke, das Warenlager und alle Mitarbeiter. Gleichzeitig wurden auch 13 Einzelhandelsstandorte der Farbring Gruppe gekauft und weitergef√ľhrt. Damit waren die besten Voraussetzungen, in einem passenden Umfeld die traditionsreiche Marke Fritze Lacke neu zu positionieren, gegeben.

2008¬† ¬† ¬† Mitte 2008 wurde Fritze Lacke ‚Äď wie auch die Industrielackproduzenten Rembrandtin Lack in Wien, Christ Lacke in Ober√∂sterreich, Rembrandtin Powder Coating in Deutschland und Ecopolifix in Italien ‚Äď Teil der Ring International Holding AG.

2012¬† ¬† ¬† Bis 2012 war Fritze Lacke ein eigenes Unternehmen und wurde 2012 zu einer Marke von Rembrandtin Farbexperte. Als besonderen Zusatzservice f√ľr treue Fritze Lacke Kunden f√ľhrt Rembrandtin Farbexperte √∂sterreichweit drei eigene Fritze Lacke Service-St√ľtzpunkte.

2014 ¬† ¬† Im Jahr 2014 wurde die Ring International Holding AG zum Mehrheitseigent√ľmer der Europ√§ischen Helios Gruppe und ihre Tochterunternehmen, so auch Rembrandtin Farbexperte, Teil dieser Lackgruppe. Seither profitiert Rembrandtin Farbexperte vom direkten Kontakt zu namhaften Lackproduzenten und Branchenexperten. In der Produktentwicklung greift das Unternehmen auf modernste Infrastruktur zu. Umgekehrt nutzen die internationalen Produktionsunternehmen die Farbexperte-Standorte als Service-St√ľtzpunkte.

2017     Fritze Lacke wird wieder zu einem eigenständigen Unternehmen, die Marke wird behutsam entstaubt und gestärkt, das Produktsortiment verbessert und das Serviceangebot erweitert.